Gedanken und eine kleine Vita des Pit Thul


"Ich mag keinen Weihrauch. Zu oft musste ich als Kind in die Kirche.

Es gibt somit auch keine Beweihräucherung meiner Arbeiten".

Pit Thul *1956 - ?

 

Künstler, Foto-Designer, Denker, Tierschützer, Earthling, Kapitalismushinterfrager mit heftigen philosophischen Ansätzen.

 

Was gab es so im bisher wahnsinnig schnell ablaufenden Leben des Pit Thul ? Hier steht's jetzt:

 

1977  Nach dem Studium der Fotografie mit Schwerpunkt großformatige Studiofotografie und Labor, folgten Orientierungsjahre als Assistent in unterschiedlichen Fotostudios im In- und Ausland.

 

Bald war klar: Fashion,- Beauty und Lifestylefotografie, alles Kurzlebige und so Unnötige kam für seinen weiteren beruflichen Werdegang nicht in Frage.

Die gezielte und konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Objekt auf der Mattscheibe war der richtige Weg. Er sah und sieht seine berufliche Berufung als Lichtbildner im Gestalten und Formen mit Licht.  

 

1983  Selbstständigkeit und die künstlerische Anerkennung seiner Arbeiten durch ein Professorenkremium der FH Mediengestaltung, Stuttgart.

 

Es begann in Aachen...

 

Schöne Architekturen von neuzeitlichen Kirchen und antiken Kirchen in NRW mussten als Grossauftrag professionell

fotografisch dargestellt werden. Die erste Arca Swiss Grossformatkamera und die ersten Beleuchtungssysteme von

Broncolor, sowie ein komplettes Labor für SW und Color wurde angeschafft. Wunderbares Cibachrome- Fotopapier wurde hier verarbeitet.

Architekturfotografieaufträge folgten wie von selbst. Mittelständische Renovierungsfirmen liessen ihre Projekte dokumentieren. Vorher- Nachher "Brotfotografie" bis hin zu tollen Aufträgen von der STO AG in Stühlingen-Weizen im In- und Ausland.

 

Der Fachschriften- Verlag in Fellbach/Stuttgart wurde zum Kunden. Es gab nach dem Mauerfall in den Neuen Bundesländern unzählige neue Fertighäuser von Fertighausproduzenten wie OKAL, BIEN ZENKER, FINGERHUT u.v.a..

Sie alle wollten gezeigt werden.

 

Es gab zu dieser Zeit ebenso für die damalige SEL AG und Post sehr viel zu tun. In der ehemaligen DDR musste das komplette Telefonnetz und das Bahnsystem aufgebaut werden. Und alles musste für Werbezwecke hochprofessionell dargestellt werden.

 

Aber auch die wissenschaftliche Fotografie in den Forschungslaboren der Standard Elektrik Lorenz AG und der Fraunhofer Gesellschaft benötigte sehr viele aufwendige bildliche Dokumentationen.

 

Sehr schöne Fotoreportagen durften für die Aachener und Münchener Versicherungs- AG in New York, Istanbul in Portugal usw. produziert werden.

 

Firmen und Konzerne wie  Panasonic, Krempel, LAPP Kabel u.v.a. wurden beste Kunden.

 

Niemals gab es Stillstand im Schaffen.

 

Parallel erfolgte der Aufbau des Design-Fotostudios in Stuttgart mit den Arbeitsschwerpunkten Stillife-, Architektur -und Industriefotografie. Jahre sehr erfolgreicher Zusammenarbeit mit internationalen Wirtschaftsunternehmen als freiberuflicher Fotodesigner folgten. Der Kampf mit den staatlichen Institutionen begann.

 

2001  Eine sorgfältige Hinterfragung des eigentlichen Sinnes seiner Arbeit veranlasste ihn seit dem Jahr 2001 der Werbebranche immer mehr den Rücken zu kehren und sich seinen  künstlerischen Arbeiten zuzuwenden.

 

Ab 2002  Ungefähr 50 % seiner Arbeit ist nun auf freie, nicht auftragsgebundene Arbeiten mit Schwerpunkten der Gestaltung von Plakaten und Stoffen, Schreiben von Büchern sowie Entwerfen und Realisieren von Ausstellungen, konzentriert. Der Schwerpunkt aller Arbeiten ist die Insektengruppe Lepidoptera (Schmetterlinge).

 

2006 Das Atelier Arthul als Firmennamen und das Logo ARTHUL wird ins Leben gerufen.

 

Seit 2009  Zusammen mit seiner Frau Olga Aufbau und erfolgreiche Markteinführung des gemeinsamen geschützten Modelabels ALEXSARAH, einer nachhaltigen Mode-Designerserie für die Individualistin.

 

2010  Verkleinerung des 460 qm großen Fotostudios im Stuttgarter Süden. Kleiner, aber sehr fein mit modernster Studiolichtanlage und spezifischem Studioequipment für Makrofotografie ausgestattet. Zusätzlich im Arbeitsportfolio Studiosachfotografie nun serielle, aber individuelle Produktaufnahmen mit kompletter digitaler Retusche und Freistellung des Objektes sowie weboptimierter Aufarbeitung.

 

Seit Ende 2011 bis heute  Aufbau und fortwährender Ausbau einer Insektenzucht im eigenen Haus. Schwerpunkt ist die Zucht von seltenen Phasmiden. Diese im Bestand von ungefähr 800 – 1000 im Haus zumeist freilebenden Insekten und damit Erdenmitbewohner sind neben den Schmetterlingen Grundlage für das Gestalten von Textilien und Plakaten. Das Zusammenleben mit den Insekten als gleichberechtigte Individuen ist zugleich Stoff für tiefgreifende philosophische Betrachtungen, die sich  in vielen nichtkommerziellen Arbeiten widerspiegeln.

 

Pit Thul 2014

 

Künstlerische Auseinandersetzungen mit der Natur haben keine 1:1 Abbildung zum Ziel, stattdessen meinen Sie auszudrücken was nicht offensichtlich ist und wollen eher allegorische und mythologische Deutungen ermöglichen. Auch liegt das Künstlerische nicht in der Technik, vielmehr in der Art der Vermittlung, was wiederum dazu führt dies über Formate und Räume beeinflussen zu können.

 Viele Sechsbeiner/innen sind geboren und auch wieder gestorben im Atelier des Pit Thul.

 

 

... und Pit Thul 2019?

 

Er kehrt vermehrt zu seinen beruflichen Wurzeln zurück. Weil es eben doch Spass macht!

 

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